Artgerechte Haltung und Aufzucht unserer Pferde ist für uns schon seit Beginn unserer Haflingerzucht im Jahre 1976 ein zentrales Thema.

Unsere Meinung zum Thema Pferdehaltung lässt sich durch folgendes Zitat des bekannten Verhaltenskundlers Dr. Klaus Zeeb darstellen:

“Ein Organismus ist nur dann in der Lage seine Leistungsfähigkeit voll zu entfalten, wenn er sich hinsichtlich seiner angeborenen Lebensbedürfnisse mit der Umwelt in Einklang befindet” (ZEEB, 1981).

Denn gerade in der Pferdehaltung sind oft Defizite bis hin zu katastrophalen Zuständen zu beobachten. Leider sind oft gerade diejenigen Pferdehalter, die ihre Pferde nicht artgerecht halten davon überzeugt, dass “ihren” Pferde ein Maximum an Lebensqualität zur Verfügung steht.

Nun aber möchte wir unsere eigenen Haltungsbedigungen vorstellen, die wir als artgerecht erachten.

Unseren Pferden stehen 8 geräumige Außenboxen zur Verfügung (ca. 4x4m und ca. 3x4m). Auf dem Foto ist zu erkennen, dass es sich bei diesen Außenboxen um Stallungen handelt, die den Pferden ein Maximum an Frischluft und Licht zur Verfügung stellen - diese Faktoren sind für die Gesunderhaltung des Lebewesen Pferd von elementarer Bedeutung.

Die Boxen sind mit beheizbarer Selbstränke, Futtertrog und Salzleckstein ausgestattet. Als Einstreu wird Stroh verwendet, welches von den Pferden neben Heu und Silage als Rauhfutter aufgenommen werden kann.

Seit Herbst 2006 haben wir einen Teil unseres Stallgebäudes zu einem Offenstall umfunktioniert. Ein Teil der oben angesprochenen Boxen werden jetzt nur noch zur individuellen Kraftfutter-Fütterung genutzt. Einen anderen Teil haben wir in einen geräumigen Offenstall für ca. 6 Pferde umgebaut. Hier sind die „ausgewachsenen“ Pferde in einer Herde von 5-6 Pferden untergebracht. Die Liegeflächen sind mit Stroh eingestreut, Rauhfutter wird ausreichend verteilt. Es stehen auch hier Selbsttränken und Salzlecksteine zur Verfügung. Der Auslauf ist gepflastert bzw. betoniert, so dass eine Reinigung der Flächen ohne Probleme möglich ist.

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit haben sich unsere Pferde gut an die neue Haltung gewöhnt und scheinen die neue Freiheit zu genießen. Lediglich wenn die Fohlengeburten anstehen soll das Abfohlen in den großen Außenboxen geschehen. Die Stuten mit Fohlen sollen dann möglichst schnell in die Herde integriert werden.
Neben der Bewegungsmöglichkeit im Offenstall erhalten unsere Pferde täglich für ca. 6-10 Stunden Auslauf in der Gruppe - auf wetterfesten Außenplätzen im Winter und immer Sommer auf ausgedehnten Weiden.

Für unsere Jungpferde steht ein Offenstall mit befestigtem, vorgelagertem Paddock zur Verfügung. Dort verbringen sie die Wintermonate in einer Gruppengröße von 2-4 Jungpferden. Zusätzlich erhalten sie regelmäßigen Auslauf auf einem befestigten Außenplatz. Den Sommer verbringen diese Pferde Tag und Nacht auf großen Weiden.

Durch diese Art der Aufzucht haben die Jungtiere die Möglichkeit im Herdenverband ein normales Sozialverhalten aufzubauen. Durch die kontinuierliche Bewegungsmöglichkeit mit viel Licht und frischer Luft kann sich der Bewegungsapparat und der gesamte Organismus des Pferdes optimal entwickeln - Vorraussetzung für ein später gesundes und Leistungsfähiges Reit- , Fahr- und/oder Zuchtpferd.

Unsere Pferde werden halbjährlich geimpft und  4x im Jahr entwurmt.

Da wir eine sehr gewissenhafte Zucht von der Besamung/Bedeckung bis zur Ausbildung des 3-jährigen Pferdes betreiben kann man bei uns natürlich nicht den “geritten und gefahrenen Haflinger für 1000 Euro” erwerben. Denn Qualität hat seinen Preis - wir bemühen uns gute Pferde zu züchten und durch artgerechte Haltung und Aufzucht dem Pferd die Möglichkeit zur optimalen Entfaltung seiner Leistungen zu geben und dies beginnt schon bei der Auswahl der Zuchttiere.

Neben den Kosten für die Bedeckung/Besamung von einem guten Hengst kommen Tieraztkosten für Tupferprobe und evtl. Besamung sowie Trächtigkeitskontrolle hinzu. Ist das Fohlen auf der Welt steht sofort eine Untersuchung von Stute und Fohlen an und das Fohlen bekommt ein Medikament , welches das Immunsystem stärkt und vor Fohlenlähme schützen soll. Außerdem wird dem Fohlen Blut abgenommen um zu kontrollieren, ob es genug Immunglobuline durch die Biestmilch aufnimmt.

Für ein Jungpferd fallen regelmäßig Kosten für Tierarzt (Impfung, Wurmkur) und Hufschmied an, dazu kommen die Kosten für Futter, Einstreu, Kosten für Zaunreparaturen, Dünger für die Wiesen sowie Ausbildungskosten des 3-jährigen Pferdes. Die Liste der Kosten für ein junges Pferd ist also lang und ließe sich auf diese Weise weiterführen.

Wir sind überzeugt, dass vielen der preiswert angebotenen Haflinger gerade in ihrer Aufzuchtsphase keine Möglichkeit zur optimalen Entfaltung zur Verfügung standen.